History

Der Ursprung des Ninjutsu ist schwer zu definieren, weil von Geheimnissen umgeben.
Die Kunst des Ninjutsu wurde hunderte von Jahren geheim gehalten. Die Geschichte selbst wurde hauptsächlich mündlich überliefert. Deshalb differieren die Erzählungen ebenso wie die Quellen aus Büchern und sonstigen Informationsquellen.
Ein wesentlicher Grund für die unterschiedlichen Überlieferungen waren die unterschiedlichen Entwicklungen des Ninjutsu.

Es gab weit über 80 verschiedene Kampfstile (= Ryu´s). Viele davon sind verloren gegangen, da in manchen Systemen nur eine einzige "Menkyo Kaiden" vergeben wurde. (Menkyo Kaiden = Schriftrollen und zeichneten den Inhaber als den rechtmäßigen Stilerben und endgültigen Meister aus , der die Kunst im Namen des Großmeisters weiterführen durfte. Verstarb der Großmeister einer solchen
Stilrichtung noch bevor er die "Menkyo Kaiden" weitergeben konnte, so starb auch
der gesamte Ryu).

Es wird zum einen vermutet, daß die Väter des Ninjutsu die Überlieferer des
esoterischen Mikkyo (= geheimen Lehre) waren, durch welche die japanische Tradition der Yamabushi entstand. Die Yamabushi gründeten Dojos in den Bergen und übten sich in den mystischen Praktiken des Shugendo. Die späteren Ninja gingen zum Teil aus dieser Gruppierung hervor. Zum anderen wird vermutet, daß auch kriegerische Einsiedler ( = Ronin ) und aus China entflohene Weise und Offiziere die Entwicklung maßgeblich beeinflußten. Diese Gruppen sammelten sich in den Bergen um Kyoto
(Iga- und Koga- Provinz) und begannen, für die Daimyo (= Gebietsherrscher) der Umgebung diverse Aufträge anzunehmen, für deren Ausführung sich diese nicht verantwortlich zeichnen wollten. Darunter fiel die Ermordung von Widersachern der Daimyo ebenso wie die Anwendung der Kunst der Folter, Gifte, Entführungen, Spionage, geheime Botengänge im Feindesgebiet oder Unfrieden beim Feind durch Intrigen hervorzurufen. Sie waren die Meister des Verschwindens und des Sichverstellens. Aufgrund dieser Aktionen entwickelten sie nicht nur die Kampfkunst selbst, sondern auch viele nützliche Praktiken des Schleichens, Versteckens, Spionierens, der Fortbewegung über und unter Wasser oder zu Pferd und vieles mehr.

Die Naturverbundenheit gaben dem Ninja wertvolle Informationen, welche die Daimyo gerne für ihre Zwecke nutzten. Diese ersten Ninja tauchten gegen Ende der Heian-Periode (ca. 1185 n.Chr.) auf und waren anfangs noch nicht sonderlich organisiert. Bis zum 14. Jahrhundert begannen sich die Ninja in Clans zusammenzuschließen.
Sie sammelten sich hauptsächlich in den Gebieten der Iga- und der Koga-Region, und mit der Zeit stieg ihr Ansehen, ihr Reichtum, sowie der politische Einfluß und sie stellten damit ein gewaltiges Machtpotential dar.

Anfangs wurde man nicht einfach ein Ninja, sondern man wurde in diese Rolle
hineingeboren. Ninja wurden vom Kleinkindalter an ausgebildet. Bei Aufträgen schlüpften sie in die Rolle einer anderen Person, wobei sie sich im Falle der Gefangennahme bis zur Unkenntlichkeit verunstalteten und umbrachten, damit man ihre Identität nicht erfahren konnte. Um ihre Herkunft nicht zu verraten, hatten einige unter ihnen Doppelleben, sie besaßen mehrere Namen, Wohnorte, ja sogar Frau und Familie fielen ebenfalls darunter. Geheimhaltung war eines der obersten Gebote.
Jeder Ninja-Clan gab die Erfahrung und die geheimen Methoden der Ninja-Techniken traditionell an die nächste Generation weiter. Somit entstand auch die Vielzahl an verschiedenen Ryu´s, die teilweise auf die Erfüllung bestimmter Aufträge
spezialisiert waren.

Im Volksmund wurden sie bald zur Legende, nicht nur ihrer mystischen und scheinbar übernatürlichen Kräfte wegen (ihnen wurde nachgesagt, sie könnten fliegen, sich unsichtbar machen u.a), sondern auch deshalb, weil sie die verhaßten Lehensfürsten töteten. Um 1500 n. Chr. hatte das Ninjutsu seinen Höhepunkt erreicht. Ninja wurden überall eingesetzt.

Die Schattenkrieger wurden immer begehrter. Da nicht genug Ninja vorhanden waren,
wurde vielfach von den Daimyo vorgetäuscht, große Truppenunterstützung
durch die Ninja zu erhalten, indem Einheiten oberflächlich mit der Kampfkunst
vertraut gemacht und in den Krieg geschickt wurden. Durch die schlechte Ausbildung waren viele Missionen von vornherein zum Scheitern verurteilt und das Vertrauen in diese Schattenkrieger sank.

Gegen Ende des 1600 n. Chr. schritt die Ninja-Ära langsam ihrem Ende zu.
Als Leyasu Tokugawa in Japan zum Shogun ernannt wurde, sorgte dieser Herrscher dafür, daß die Ninja - Clans verboten wurden.

Diese zerstreuten sich, ein Teil versuchte, die Kunst im Geheimen weiter zu betreiben,
andere boten ihre Dienste in der Regierungs-Armee an und wiederum andere wurden zu Dieben und waren bald im ganzen Land als eine Art "Robin Hood" berühmt und berüchtigt.

Erst im 20. Jahrhundert wurde das Ninjutsu im großen Stil auf kommerzieller Basis wiederbelebt.

Großmeister wie z.B. Dr. Masaaki Hatsumi unterrichteten erstmals auch Ausländer, u.a. Doron Navon aus Israel, Stephen K. Hayes aus den U.S.A und Bo Munthe aus Schweden.

Es existieren inzwischen auch viele Organisationen, wobei einige mehr, andere weniger an Bekanntheitsgrad erlangt haben. Eine der Bekanntesten ist das Bujinkan– Ninjutsu unter der Leitung von Großmeister Dr. Masaaki Hatsumi .
In Deutschland ist die INAG ( Bujinkan Deutschland ) unter der Leitung von
Steffen G. Fröhlich die bekannteste Organisation.

Andere bekannte Organisationen sind z.B. Shadows of Iga unter
Shidoshi Stephen K. Hayes oder Abspaltungen vom Bujinkan wie das BBD um Brian Mc Carthy. Dank der Öffentlichkeitsarbeit dieser Meister hat diese Kampfkunst eine weite Verbreitung erhalten und heute haben Kampfkunstbegeisterte auf der ganzen Welt die Möglichkeit, diese interessante Kriegskunst zu erlernen.